Was ist ein Hospiz?

Bereits im Mittelalter waren Hospize an Bergen, Klöstern und Pilgerstraßen angesiedelt, um Reisende, Kranke und Hilfsbedürftige aufzunehmen. Diese fanden hier Pflege und Fürsorge. Der Begriff Hospiz steht heute für einen gesellschaftlichen Grundgedanken des menschlichen Miteinanders. Es ist ein Konzept und eine Haltung schwerstkranken und sterbenden Menschen gegenüber. Ein stationäres Hospiz ist ein besonderer Ort, ein besonders gestaltetes Gebäude für Betroffene und ihre Zugehörigen, die auf Grund einer weit fortgeschrittenen, unheilbaren Krankheit zwar nicht mehr der Krankenhausbehandlung bedürfen, aber nur schwerlich oder gar nicht in häuslicher Umgebung – auch nicht mit Unterstützung eines Pflegedienstes und ambulanten Hospizdienstes – versorgt und begleitet werden können.

Die Hospiz am St. Elisabeth-Krankenhaus Halle gGmbH

Der Gründer der Hospizbewegung Halle, Pfarrer Heinrich Pera, begann 1985 mit einer Handvoll ehrenamtlicher Mitarbeiter schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen zu Hause zu begleiten. Nach der Wende gründete sich aus dieser Gruppe heraus 1990 der Hospiz Hausbetreuungsverein am St. Elisabeth-Krankenhaus e.V.

Im Jahr 1992 trat das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung an den Verein heran, ein Pilotprojekt in Halle aufzubauen. Ziel war es, ein Netzwerk aus ambulanten und stationären Diensten unter einem Dach zu schaffen. Die Hospiz am St. Elisabeth-Krankenhaus Halle gGmbH wurde gegründet. Als ergänzender Teil der ambulanten Betreuung wurde 1993 das erste Tageshospiz in Deutschland eröffnet, in dem schwerkranke Menschen am Tag betreut und psychosozial betreut wurden. 

Im Dezember 1996 wurde das heutige Hospiz Halle (Saale) in der Heinrich-Pera-Straße in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara eröffnet. Unter dem Dach der Hospiz am St. Elisabeth-Krankenhaus Halle gGmbH vereinen sich das stationäre Hospiz, mit derzeit zehn Betten, der ambulante Hospiz- und Kinderhospizdienst, der Kinderpalliativdienst, die Trauerangebote sowie das Bildungsforum.

Das Team des Hospizes, zu dem neben den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als achtzig Ehrenamtliche zu zählen sind, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten und Angehörige zu unterstützen. Die Hospizbewegung integriert das Sterben wieder in das Leben, nachdem es über viele Jahrzehnte ausgegliedert und tabuisiert wurde. Leben und Tod gehören zusammen und sind gestaltbar, wenn man offen für beide Seiten ist.

Leben im Hospiz - Ein Projekt

Im Frühjahr 2018 stand die Frage im Raum, wie das Hospiz mit seinen Angeboten in der Stadt Halle sichtbarer wird. Mit Werbekampagnen, durch Anzeigen oder riesige Plakate? Alle diese Mittel würden vielleicht Aufmerksamkeit erzeugen, doch darum allein geht es eben nicht. Die Hospiz am St. Elisabeth-Krankenhaus Halle gGmbH ist Teil der Stadt Halle und das Ziel dieses Projektes ist es, Verbindungen in der Stadt sowie zu den Bürgerinnen und Bürgern aufzubauen und Ansprechpartner zu werden, für die Menschen, die Fragen rund um das Sterben haben. Und dieses Projekt soll zeigen, wer die Menschen sind, durch die die Hospizidee aktiv vertreten wird. Denn das Hospiz mag ein Ort sein, an dem man sterben kann. Vor allem ist es aber ein Ort, an dem man lebt